Das Goethebarometer

Askflaska, Pisse-Barometer, Thunder Bottle, Spout Barometer, Donnerflasche, Wassergimpel, Pinkel-Barometer, Bouteille a tonnere, Weather Glass, Barometre a Eau,
(kennst du noch einen anderen Namen ?)

Der Luftdruck kann mit sogenannten Wettergläsern gemessen werden. Man nennt sie auch Goethe-Barometer, weil man lange Zeit glaubte, der Herr Geheimrat Goethe hätte auch noch dieses Instrument erfunden.
Es wird auch "ältestes Barometer der Welt" genannt, wahrscheinlich nicht ohne Grund. Wie alt diese geniale Erfindung in Wirklichkeit ist, kann niemand mit Sicherheit sagen. Man glaubt zu wissen, daß die Mauren, die im Jahre 711 nach Spanien kamen und das Kalifat Cordoba gründeten, solche Barometer mit sich führten. Sie waren ja auch die tüchtigsten Wissenschaftler ihrer Zeit, während in Europa gerade das dunkle Mittelalter heraufzog.
Schon die holländischen Seefahrer kannten diese Wettergläser. Den Pilgramfathers wird nachgesagt, daß sie dieses Instrument bereits 1620 mit nach Amerika brachten.
In den Niederlanden sollen Wettergläser seit Beginn des 17. Jahrhunderts durch einen Herrn G. de Donckere angefertigt worden sein und nach ihm wurden diese Wettergläser Donnerflaschen genannt. Erst im Jahre 1643 bekamen wir ein exakteres Barometer, als Torricelli, begabter Schüler von Galileo Galilei, das Quecksilber - Barometer erfand. Und seine ersten Konstruktionen waren - wenn wir bei der Wahrheit bleiben wollen - nicht wesentlich genauer als die alte Wasserbarometer oder Goethebarometer. Sein Prinzip war ja das gleiche - man läßt den Luftdruck auf eine eingeschlossene Flüssigkeit wirken, so daß der Pegel bei Schwankungen des Luftdruckes ansteigt oder absinkt.
Das Wort Barometer stammt, wie so viele andere Bezeichnungen, von wissenschaftlichen Instrumenten aus dem Griechischen: "Baros" Schwere und "Metron" Maß.
Das Goethebarometer ist ebenso zuverlässig, wie es sein Alter vermuten läßt. Man kann zwar keine exakten wissenschaftlichen Messungen damit vornehmen, aber es läßt klar erkennen, wie das Wetter wird.

Außerdem ist dieses Barometer ja auch ein sehr origineller und hübscher Wandschmuck.

Dieses feine - und dekorative - Instrument ist schon seit langem nicht mehr hergestellt worden, aber nun ist vielen Glashütten wieder ein Verfahren gelungen - wer weiß, vielleicht sogar das ursprüngliche - so daß wir wieder unsere Freude daran haben können.

Ich sammle Wettergläser und habe schon einige Modelle, die ich auf dieser Seite zusammengestellt habe habe.
(Wettergläser zu fotografieren ist besonders schwer, da sich im Glas immer irgend etwas spiegelt.)

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neu im Januar 2007 Neu im Januar 2007
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etwas ganz außergewöhnliches aus dem Schwarzwald
Auch aus
Schwarzwald












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    becks

4   Ein Flasche Becks  
Meine neuen Wettergläser

Das sogenannte Goethebarometer, welches man in dem Nachlass von Goethe gefunden hat, ist aus dem sogenannten grünen Waldglas gegossen. Es gibt auch mehrer Glashütten und Glasbläser, die die gleiche Form auch in dicken weißen Glas blasen.


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Einige Gläser werden heute an die alte Form angepasst aber aus wesentlich dünnerem Glas gegossen



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ein Mini Glas Höhe 14 cm

Aus Frankreich stammen diese beiden Gläser, die in ihrer Form dem alten Goethebarometer nachgeahmt sind. Dass Glas ist relativ dick und es gibt sie farblos, grün und blau. Man kenn sie auch in zwei verschiedenen Größen bekommen 


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In Skandinavien habe ich dieses Glas gefunden, es ist im Aussehen wohl französischen Vorbildern nachempfunden.

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Dieses lange Wetterglas zeigt die Druckschwankungen sehr gut an.
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Dieses alte niederländische Glas gehört leider noch nicht zu meiner Sammlung, eine Abbildung davon habe ich auch noch nicht.

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Auch der Schwan zeigt, dass es wahrscheinlich noch viele Möglichkeiten gibt,

Wettergläser zu entwerfen und als geblasenes Glaskunstwerk herzustellen.17


Eine schöne Serie von Wettergläsern habe ich in einer schwedischen Glasfabrik gefunden, sie haben die Funktion von Goethebarometern sind in ihrer Form aber Kannen nachgebildet.


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Eine andere Art von Gläsern sind die runden Wettergläser mit der sehr langen Tülle, in welcher die Flüssigkeit gut nach oben steigen kann, um das schlechte Wetter oder sogar den Sturm anzuzeigen

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Auch diese Glas zeigt das Wetter an. Die Aufschrift Wetterglas nach Goethe sollte man nicht ganz so ernst nehmen.23

Ein sehr schönes modernes Wetterglas mit Noppen, die an die alten Wettergläser erinnern.
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Dies ist das gleiche Glas ohne die schönen Noppen.

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Diese Wetterglas zeigt sehr gut dieLuftdruckveränderungen an.
Es ist sehr schön geblasen und ist daher sehr dekorativ.Die Anzeige in Steigrohr ist aber nicht mit den üblichen Wettergläsern zu vergleichen. Steigt der Luftdruck, so steigt auch die Flüssigkeit in dem schneckenförmigen Steigrohr.


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Auch dieses Wetterglas gehört nicht zu den Goethebarometern.
Steigt der Luftdruck, so steigt auch die Flüssigkeit in dem Steigrohr.

Es gibt sehr viele verschiedene Möglichkeiten die Wettergläser aufzustellen oder an die Wand als Wandschmuck aufzuhängen. Hier kann ich meine Sammlung noch ergänzen . Die Möglichkeiten der Präsentation des Goethebarometers entsprechen nicht immer meinem Geschmack.

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Wer noch ein Modell kennt, sollte mir doch bitte beim Sammeln helfen




Funktionsweise

Bei normalem Luftdruck Wasser durch die Tülle einfüllen, und zwar soviel, daß das Wasser die Öffnung zwischen Tülle und Flasche bedeckt. Je größer der Luftraum im Barometer ist, desto stärker sind die Schwankungen in der Tülle.
Dann das Goethebarometer mit der Glasöse an einem geeigneten Platz aufhängen oder aufstellen. Ein geigneter Platz ist der Ort in der Wohnung, an welchem die Temperatur nicht so stark schwankt.
Das Wasser wird durch den Luftdruck beeinflußt.
Bei Hochdruck, d. h. bei schönem Wetter, sinkt der Wasserpegel in der Tülle und steigt in der Flasche.
Bei Tiefdruck sinkt das Wasser in der Flasche und steigt in der Tülle.
Bei zu erwartendem Unwetter tropft es aus der Tülle - daher auch der Name "Pinkel-Barometer".
Bei Bedarf Wasser nachfüllen, so daß die Flasche immer gleich viel Wasser enthält.
Nur sauberes destilliertes Wasser verwenden.



Ein Wetterglas wird geblasen

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Die Physik des Goethebarometers

1. Abhängigkeit vom Luftdruck

Wir wissen schon, dass der Flüssigkeitsspiegel im Schnabel des Goethebarometers bei hohem Luftdruck sinkt und bei tiefem Luftdruck steigt. Vorausgesetzt wird, dass die Temperatur konstant ist.

Wenn die Flüssigkeitsspiegel im Gefäß und im Schnabel gleich hoch sind, ist der Innendruck gleich dem Außendruck. Hier sei die Annahme gemacht, daß dies bei Normalluftdruck der Fall ist. Sinkt der Außendruck, steigt der Spiegel im Schnabel. Der Spiegel im Gefäß sinkt kaum, da sich die Querschnitte von Gefäß und Schnabel um den Faktor 50 und mehr unterscheiden. Das bedeutet zugleich, daß sich der Druck im Inneren praktisch nicht ändern. Wenn der Wasserspiegel im Schnabel 1 cm höher als im Gefäß ist, besteht eine Druckdifferenz von 1 hPa zwischen Innen- und Außendruck, denn 1000 cm Wassersäule entsprechen etwa dem normalen Luftdruck von 1010 hPa. Das ergibt sich aus der Formel für den hydrostatischen Druck p = rho*g*h mit rho = Dichte von Wasser = 1 gcm-3, g = Erdbeschleunigung =10 m/s2, h = Höhe der Wassersäule. 

Da der (Normale-) Luftdruck zwischen 990 hPa (Tief) und 1030 hPa (Hoch) schwankt, sollte der Schnabel des Wetterglases eine Höhe von etwa 40 cm aufweisen, um diese Unterschiede anzeigen zu können. 
Bei größeren Luftdruckschwankungen läuft aus dem Schnabel Wasser heraus bzw. es wird Luft ins Gefäß eingesogen, wodurch sich die ursprüngliche Justierung verändern. 
2. Abhängigkeit von der Temperatur 
Eine zweite Abschätzung zeigt die Empfindlichkeit für die Temperatur. Hier werde nun angenommen, daß der Luftdruck konstant bleibt. Gemäß dem Gay-Lussacschen Gesetz gilt für den Druck p in Abhängigkeit von der Temperatur T:P = Po(1 + alpha*deltaT) mit po = 1000 hPa = Bezugsluftdruck, alpha =thermischer Ausdehnungskoeffizient von Luft = 0,00367 =1/273 K-1,
deltaT = T-To mit der Bezugstemperatur To.
 
Bei einer Temperaturdifferenz von deltaT =1 K ergibt sich p =1004 hPa. Das bedeutet eine verhältnismäßig große Empfindlichkeit. Schon 5 K Temperaturunterschied bewirken fast dasselbe, wie der Übergang vom Normaldruck zum Hoch oder Tief. Bei den käuflichen Wettergläsern kann man durch Umfassen des oberen, luftgefüllten Gefäßteiles diese Abhängigkeit gut beobachten; das Wasser läuft dabei sogar leicht aus dem Schnabel 
heraus. 
Aus: Lit: Christian Ucke/Hans-Joachim Schlichting Das Goethebarometer 
Physik in unserer Zeit 2/93 (Seite 91/92) 
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Goethe - Erfinder der Wettergläser ? von Marie Luise Kahler
Seit 1982 wird in Jena (VEB Jenaer Glaswerke, jetzt Jenaer Glaswerke GmbH) ein historisches Wetterglas hergestellt. Als Vorlage diente das in Goethes Schlafzimmer am Frauenplan in Weimar befindliche. Dieses historische Objekt ist so reizvoll als täglicher Begleiter im Haus, daß das Goethe-Nationalmuseum es selbst als Souvenir aus dem Goethehaus anbieten wollte (und anbietet). Leider konnten wir nicht ver hindern, daß es im Handel als "Goethe-Barometer" bezeichnet wird mit der leider auch nicht stichhaltigen Aussage, Goethe sei 1792/93 nach Ilmenau gekommen und man schriebe ihm dort die Entwicklung des Wetterglases in Zusammenarbeit mit der einheimischen Glasindustrie zu. Wiederholte Anfragen im Goethe-Nationalmuseum bezüglich dieser Angaben sind Veranlassung, den derzeitig erforschten Sachverhalt zu Goethes Wetterglas mitzuteilen: 
In dem vom Bibliothekssekretär Kräuter aufgestellten Inventarium von 1832 wie auch in dem Verzeichnis in den Vormundsakten von 1843 ist für das Schlafzimmer ein Glasgefäß" festgehalten. Zweifelsohne handelt es sich dabei um das Wetterglas mit deutlich barockem Dekor. Auch im Katalog von Goethes Sammlungen' wird es im letzten Abschnitt "Physikal. Gegenstände" auf S. 297 unter der Nr.108 an angeführt: "Ein birnförmiges Glas, auf der einen Seite flach auf der andern convex, mit einer Ausgußröhre". Dazu die Bemerkung "Zweck unbekannt" (!). 
Diesen Abschnitt hatte der Gymnasialprofessor für Mathematik (und Physik), Ludwig Kunze, in Weimar im Auftrag der Goethe-Enkel, die er in den dreißiger Jahren unterrichtet hatte, bearbeitet. Da er den Zweck des Gefäßes nicht kannte, kann es in Weimar (Thüringen) nicht gerade verbreitet gewesen sein. In Goethes meteorologischen Aufzeichnungen und Aufsätzen findet sich kein Hinweis auf dieses Wetterglas, aber es gibt zwei Tagebuchnotizen aus dem Jahre 1828, die sich sehr wahrscheinlich darauf beziehen. So lautet der Tagebucheintrag vom 5. März 1828: Hatte das Wasser-Thermometer den Tag über genauer beobachtet. Und vom 6. März: Nähere Beachtung des Wasser-Thermometers. 
Durch einen Schriftverkehr mit dem Leiter des Barometer-Museums in Maartendijk, Niederlande, konnte die Verfasserin dieses Beitrages ermitteln, daß seit Beginn des 17. Jahrhundens in den Niederlanden, veranlaßt durch G. de Donckere, solche Wettergläser, die mit Wasser gefüllt werden, zahlreich hergestellt und verkauft wurden. Sie waren besonders den Küstenbewohnern und Fischern dienlich. Nach dem Hersteller de Donckere nannte man sie auch Donnergläser. Hingen solche Gläser an einem Ort, wo es keine oder kaum Temperaturschwankungen gibt, zeigen sie zuverlässig durch Veränderung des Wasserstandes im Ausgußröhrchen Luftdruckschwankungen an. Ein Meßgerät für den Luftdruck, also ein Barometer, ist es nicht. Bei großen Temperaturschwankungen wird auch der Wasserstand im Röhrchen verändert - deshalb vielleicht auch der Ausdruck Wasser-Thermometer bei Goethe. Möglicherweise wird zukünftig noch aufgeklärt, wie Goethe in den Besitz, der jedenfalls kaum vor 1828 erfolgt sein dürfte, gelangte. Es sieht der Ausführung nach durchaus niederländisch aus, etwa Mitte 18. Jahrhundert. Für das Interesse Goethes an der Funktion dieses historischen Gerätes spricht, daß er es in seinem Schlafzimmer auf hängte und dort beließ. Es befindet sich in direkter Nachbarschaft zu zwei echten" Barometern, eins davon hing ursprünglich in Goethes Bibliothek. 

Aus Goethe Jahrbuch 109 Weimar 1992 Seite 181/182

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Eine Bastelpackung führt in naturwissenschaftliches Verstehen ein.

Ein Wetterglas kann man auch basteln. Dafür gibt es einen Schöenen Bausatz. Hat man die halterung für das Glas zusammengebaut kann man das Holz noch selbst farbig gestalten.

Die Internetseite zum Bestellen des Bausatzes






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